Dr. E.-J. Otterbach

Dr. M. Weigand

Dr. U. Dietrich

Zahnarzt

Tätigkeitsschwerpunkt:
Parodontologie
Zahnarzt
Tätigkeitsschwerpunkt:
Funktionsanalyse und -diagnostik

Zahnarzt - Oralchirurgie
Tätigkeitsschwerpunkt:
Implantologie

Wilhelmjstr. 2a, 61250 Usingen

Fon: 06081/3071  Fax: 06081/3678  e-mail: ottweidie@t-online.de


 


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Implantate

Um es ganz deutlich auszusprechen: Es gibt keinen gleichwertigen Ersatz für das, was die Natur geschaffen hat. Ob konventionelle Zahnprothesen oder technisch ausgefeilte Implantate – alle sind nur Ersatzlösungen für ein unwiederbringliches Gut.Liegen stark zerstörte Zähne vor, fehlen bereits einzelne Zähne oder besteht sogar Zahnlosigkeit, so kann unter Umständen eine Implantation in Frage kommen. Sie ermöglicht es Ihnen zu essen, zu reden und zu lachen.Soll eine Implantation langfristig Erfolg haben, ist eine gehörige Portion Selbstdisziplin erforderlich. Nur den Patienten, die eine umfassende Zahnhygiene ernst nehmen und sie auch Tag für Tag ausüben, kann mit "neuen Zähnen" durch Implantate geholfen werden.

Implantate was ist das?

Titan: das knochenfreundliche Biomaterial

In welchen Fällen ist eine Implantation sinnvoll?

Welche Voraussetzungen sind für eine Implantation notwendig?

In welchen Fällen muß von einer Implantation abgeraten werden?

Wie sehen die Behandlungsschritte bei einer Implantation aus?

Warum sind regelmäßige Nachuntersuchungen notwendig?

Bestehen Risiken bei einer Behandlung mit Implantaten?



Implantate was ist das?

Implantate sind künstliche Zahn-Wurzeln, die in einen lebenden Organismus "eingepflanzt" werden (Schemazeichnung). Sie können aussehen wie Schrauben oder Zylinder. Sie sind sehr klein, haben einen Durchmesser von 3,5 – 5 mm und eine Länge von 8 mm – 16 mm, also ungefähr so groß wie eine natürliche Zahnwurzel. (willkürliche Auswahl verschiedener Implantatsysteme) Das Implantat übernimmt die Funktion, die vorher die Zahnwurzel ausgeübt hat. Der Eingriff zur Einsetzung eines oder mehrerer Implantate heißt Implantation.


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Titan: das knochenfreundliche Biomaterial


Implantate bestehen aus Titan, ein sehr knochenfreundliches sogenanntes Biomaterial. Deshalb wird Titan in der modernen Medizin sehr häufig verwendet (zum Beispiel bei Knochenplatten und Schrauben, Herzschrittmachergehäuse, Hüftgelenk-Prothesen). Titan ist einer der resistentesten Stoffe, die in der modernen Materialwissenschaft bekannt sind. Titan wird vom menschlichen Organismus voll akzeptiert. Im Kieferknochen bedeutet dies, daß der Knochen direkt bis an das Titan heranwächst, so daß das Implantat fest mit dem Knochen verbunden ist.


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In welchen Fällen ist eine Implantation sinnvoll?

Die Haupteinsatzgebiete für Implantate sind:


Der zahnlose (Unter)kiefer

Insbesondere nach langer Zahnlosigkeit im Unterkiefer baut sich der Kieferknochen ab, so daß eine konventionelle Prothese keinen Halt mehr finden kann und deshalb nur ein mangelhaftes Kauen zuläßt. Hier werden in der Regel 2 oder 4 Implantate in den Bereich der früheren Frontzähne eingesetzt. Über ein Druckknopfsystem oder eine Stegverbindung wird die Prothese befestigt (Fotos).
Im zahnlosen Oberkiefer ist eine Implantation weniger häufig notwendig, jedoch prinzipiell auch möglich. Wegen der besonderen Kieferform im Oberkiefer sind jedoch mindestens 4 Implantate notwendig.

Die verkürzte Zahnreihe

Wenn im Seitenzahnbereich Backenzähne auf einer oder beiden Seiten fehlen, müßte ein herausnehmbarer Zahnersatz hergestellt werden. Dieser wird jedoch oft als störend empfunden. Hier bietet ein Implantat wohl die beste Behandlungsalternative. Denn analog einer Brücke auf zwei oder mehreren natürlichen Pfeilern kann auf den Implantaten eine Brückenkonstruktion hergestellt werden, die fest im Mund verankert ist. Diese Methode eignet sich besonders für Menschen, die Mühe haben, sich mit einem herausnehmbaren Ersatz anzufreunden (Fotos)


Einzelzahnersatz

Geht ein einzelner Zahn infolge eines Unfalles verloren oder ist er nicht angelegt, so kann in diesen Zwischenraum ein Implantat gesetzt werden. Auf dieses Implantat wird eine einzelne Krone  befestigt. Dieses Vorgehen hat den großen Vorteil, daß gesunde Nachbarzähne für eine Brücke nicht beschliffen werden müssen (Fotos).


Große Zahnlücken

Wenn im Mund große Zahnlücken bestehen, die mit einer konventionellen Brücke nicht mehr versorgt werden können, wird in der Regel ein herausnehmbarer Zahnersatz statt einer Brücke hergestellt, weil die Belastung für die Pfeilerzähne zu groß wäre. In diesem Fall können ein oder mehrere Implantate als zusätzliche Brückenpfeiler eingesetzt und auf diese Weise wieder eine festsitzende Brücke ermöglicht werden.


Pfeilervermehrung

Wenn nur noch sehr wenige Zähne vorhanden sind oder deren Verteilung sehr ungünstig ist, kann es sinnvoll sein, zusätzlich ein oder mehrere Implantate zu setzen, damit eine Überbelastung der Restzähne vermieden wird und somit diese Zähne länger erhalten werden können (Fotos).


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Welche Voraussetzungen sind für eine Implantation notwendig?

Wie schon erwähnt, sollten Implantate nur bei Patienten eingepflanzt werden, die bereit sind, ihre natürlichen Zähne und Implantate, also künstlichen Zähne, sehr genau zu pflegen.

Der Patient muß die vorgeschriebene Hygiene betreiben, um den aus Belägen entstehenden Entzündungen der Schleimhaut wirkungsvoll vorzubeugen. Die Pflege Ihrer Implantate und die dazu nötigen Hilfsmittel werden Ihnen nach Einsetzen der prothetischen Konstruktion demonstriert (Fotos).


Vor der Implantation ist ein Entfernen von Zahnstein notwendig. Sehr häufig ist auch eine Behandlung der Zahnfleischtaschen notwendig ("Parodontosebehandlung"), damit mögliche Infektionsherde, die die Einheilung der Implantate gefährden könnten, ausgeschlossen werden.


Für den Langzeiterfolg mit entscheidend sind regelmäßige Nachkontrollen. Diese sollten zweimal im Jahr durchgeführt werden.


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In welchen Fällen muß von einer Implantation abgeraten werden?

Verschiedene schwere Allgemeinerkrankungen stehen einer Implantation entgegen. Hierunter zählen bestimmte Störungen der Blutgerinnung, einige Knochen- oder Stoffwechselerkrankungen, wie zu hoher Blutzucker. Auch die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Cortison) kann eine Implantation unmöglich machen. In diesen Fällen muß evtl. unter Rücksprache mit dem Hausarzt eine genaue Vorabklärung durchgeführt werden.

Gegen eine Implantation sprechen auch entzündliche oder krankhafte Veränderungen der Mundschleimhaut und des Knochens, wie kariöse Zähne, akute Zahnfleischentzündung, Knochenentzündung. Nach entsprechender Vorbehandlung wie Füllungen, Kronen oder Zahnfleischbehandlung kann in diesen Fällen anschließend eine Implantation durchgeführt werden.


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Wie sehen die Behandlungsschritte bei einer Implantation aus?
  1. Die Untersuchung
  2. Sie besteht aus einer medizinischen (s.o.) und zahnmedizinischen Abklärung. Vor der Implantation muß auf jeden Fall ein Röntgenbild angefertigt werden. Je nach Situation müssen auch Modelle und spezielle Schablonen, die bei der eigentlichen Implantation gebraucht werden, hergestellt werden. Nach entsprechender Vorbehandlung können die Implantate eingebracht werden.

  3. Die Implantation
  4. Die Implantation ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, der in Lokalanästhesie ("mit einer Spritze") durchgeführt wird. Hierbei wird das Zahnfleisch zurückgeklappt und im Knochen ein Lagerbett für das Implantat geschaffen, in welches das Implantat exakt eingesetzt werden kann. Der Eingriff dauert je nach Anzahl der einzusetzenden Implantate zwischen 30 und 90 Minuten. Direkt nach dem Eingriff muß zur Kontrolle nochmals ein Röntgenbild angefertigt werden.

  5. Das Einheilen
  6. Die Implantate werden nun in den Organismus integriert. Dies geschieht in der sogenannten Einheilphase, die im Unterkiefer etwa 3 Monate und im Oberkiefer 4 – 6 Monate dauert. Bis zum Abschluß der Einheilphase steht der Patient unter regelmäßiger Kontrolle.

    Da ein vorzeitiger Druck auf die Implantate die Einheilung verhindern kann, sollte die Wunde in den ersten beiden Wochen nach der Implantation möglichst nicht belastet werden. Sollten Sie also einen herausnehmbaren Ersatz tragen, muß dieser freigeschliffen und weich unterfüttert werden. Sie sollten aber während der gesamten Einheilzeit harte Kost unbedingt vermeiden.

    Im Hinblick auf den Langzeiterfolg Ihrer Implantatbehandlung hat die sichere Einheilung und die ungestörte Abheilung der Schleimhaut oberste Priorität. Während der Einheilphase lassen sich deswegen aufgrund einer möglicherweise nicht optimal sitzenden provisorischen Versorgung gelegentliche Beeinträchtigungen nicht immer vermeiden.

  7. Die prothetische Versorgung
  8. Nach der abgeschlossen Einheilphase werden die Kronenaufbauten in das Implantat geschraubt, auf denen der Zahnersatz befestigt werden kann. Danach wird ein Abdruck zum Herstellen des Zahnersatzes genommen. Im Labor wird die prothetische Arbeit hergestellt. Je nach Situation können auch noch Anproben der Arbeit notwendig sein. Die fertige Arbeit wird zum Abschluß der Behandlung mit dem Implantat verschraubt oder festzementiert.

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Warum sind regelmäßige Nachuntersuchungen ("Recall") notwendig?


Es muß ja nicht gleich wie bei Schwarzenegger sein...


Ist die prothetische Versorgung abgeschlossen, richtet sich der Hauptaugenmerk nunmehr darauf, den bestehenden Zustand möglichst lange zu erhalten. Ihre Aufgabe besteht darin, sowohl die Implantate als auch die übrigen Zähne regelmäßig und gründlich zu pflegen. Der Grund für die Notwendigkeit einer regelmäßigen Mundhygiene besteht darin, daß sich andernfalls Beläge an den Implantaten festsetzen können, die durch Bakterien eine Entzündung der Schleimhaut hervorrufen. Diese Entzündung kann manchmal auf den das Implantat umgebenden Knochen übergreifen, so daß es zu einer Lockerung und schließlich zum Verlust des Implantates kommen kann. Insgesamt sind Implantate gegenüber Entzündungen empfindlicher als die eigenen Zähne.


Da Sie selbst den Erfolg Ihrer Belagentfernung nicht immer genau beurteilen können, sind regelmäßige Kontrollen durch uns notwendig. So können schon kleinste Verunreinigungen oder der Beginn einer Entzündung festgestellt und geeignete Maßnahmen eingeleitet werden. (Bild eines Steges mit Belägen und beginnender Entzündung) Außerdem muß der Sitz der Kronen bzw. Brücken überprüft werden, da schon eine minimale Lockerung zu ungünstigen Belastungen der Implantate führen kann.


Manchmal ist es auch erforderlich, die gesamte prothetische Versorgung abzunehmen, um jedes Implantat einzeln überprüfen zu können.


Einmal jährlich sollte eine Röntgenaufnahme angefertigt werden, um die knöcherne Situation um die Implantate beurteilen zu können.


Für einen langdauernden Behandlungserfolg ist es also von entscheidender Bedeutung, daß Sie einerseits eine regelmäßige und gründliche Mundhygiene betreiben und andererseits die Kontrolltermine gewissenhaft wahrnehmen.


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Bestehen Risiken bei einer Behandlung mit Implantaten?


Die Risiken einer Implantatbehandlung sind bei Beachtung der allgemeinen Krankheitsgeschichte, sorgfältiger Voruntersuchung, gewissenhafter Planung und richtigem Patientenverhalten als gering anzusehen.


Nach einem Implantatverlust kann nach einer gewissen Zeit meist am selben Ort mit guter Aussicht auf Erfolg erneut implantiert werden. Die häufigsten Implantatverluste treten während der Einheilphase und in den ersten 12 Monaten nach Eingliederung der prothetischen Versorgung auf.


Liegen nach dieser Zeit immer noch keine Hinweise für einen drohenden Verlust vor, ist die Wahrscheinlichkeit für einen jahrelangen Behandlungserfolg außerordentlich groß.


Insgesamt ist das Risiko für einen Implantatverlust erfreulich niedrig (2-3% im ersten Jahr), es läßt sich jedoch in der Medizin ein 100%iger Erfolg nicht erreichen.


Im übrigen weisen Untersuchungen darauf hin, daß sich bei Rauchern häufiger ein vorzeitiger Implantatverlust findet als bei Nichtrauchern!


Es gibt aber andererseits keine Möglichkeit, vor einer Implantation durch eine Blutuntersuchung o.ä. einen möglichen Mißerfolg vorherzusehen.


Bei Implantationen im Oberkiefer kann es vorkommen, daß die Kieferhöhle (die große Nebenhöhle der Nase) eröffnet wird. Offenbar führt dies aber weder zu vermehrten Implantatverlusten noch zu einem erhöhten Risiko an einer Kieferhöhlenentzündung zu erkranken.


Bei einer Implantation im Unterkiefer besteht eine gewisse Gefährdung des Unterkiefernervs, der das Gefühl von Lippe und Kinn der jeweiligen Seite vermittelt. Trotz sorgfältiger Planung und schonender Operationstechnik läßt sich eine Traumatisierung des Nerven nicht immer vermeiden, so daß eine vorübergehende oder - in äußerst seltenen Fällen - eine bleibende Gefühlsstörung (Minder- oder Taubheitsgefühl, Kribbeln im Lippen- oder Kinnbereich) der entsprechenden Seite auftreten kann. Ihr eigenes, individuelles Risiko wird mit Ihnen anhand Ihrer Röntgenaufnahme besprochen.


Eine Allergie, also eine Fremdkörper- oder Abstoßungsreaktion auf das Metall Titan ist derzeit nicht bekannt.


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