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Implantate
Um es ganz deutlich auszusprechen: Es
gibt keinen gleichwertigen Ersatz für das, was die Natur geschaffen
hat. Ob konventionelle Zahnprothesen oder technisch ausgefeilte Implantate
alle sind nur Ersatzlösungen für ein unwiederbringliches Gut.Liegen
stark zerstörte Zähne vor, fehlen bereits einzelne Zähne oder besteht
sogar Zahnlosigkeit, so kann unter Umständen eine Implantation in
Frage kommen. Sie ermöglicht es Ihnen zu essen, zu reden und zu lachen.Soll
eine Implantation langfristig Erfolg haben, ist eine gehörige
Portion Selbstdisziplin erforderlich. Nur den Patienten, die eine
umfassende Zahnhygiene ernst nehmen und sie auch Tag für Tag ausüben,
kann mit "neuen Zähnen" durch Implantate geholfen werden.
Implantate
was ist das?
Titan:
das knochenfreundliche Biomaterial
In
welchen Fällen ist eine Implantation sinnvoll?
Welche
Voraussetzungen sind für eine Implantation notwendig?
In
welchen Fällen muß von einer Implantation abgeraten werden?
Wie
sehen die Behandlungsschritte bei einer Implantation aus?
Warum
sind regelmäßige Nachuntersuchungen notwendig?
Bestehen
Risiken bei einer Behandlung mit Implantaten?
Implantate
was ist das?
Implantate sind künstliche Zahn-Wurzeln, die in einen lebenden Organismus
"eingepflanzt" werden (Schemazeichnung).
Sie können aussehen wie Schrauben oder Zylinder. Sie sind sehr klein,
haben einen Durchmesser von 3,5 5 mm und eine Länge von 8 mm
16 mm, also ungefähr so groß wie eine natürliche Zahnwurzel.
(willkürliche Auswahl verschiedener Implantatsysteme)
Das Implantat übernimmt die Funktion, die vorher die Zahnwurzel ausgeübt
hat. Der Eingriff zur Einsetzung eines oder mehrerer Implantate heißt
Implantation.
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Titan:
das knochenfreundliche Biomaterial
Implantate bestehen aus Titan, ein sehr knochenfreundliches sogenanntes
Biomaterial. Deshalb wird Titan in der modernen Medizin sehr häufig
verwendet (zum Beispiel bei Knochenplatten und Schrauben, Herzschrittmachergehäuse,
Hüftgelenk-Prothesen). Titan ist einer der resistentesten Stoffe,
die in der modernen Materialwissenschaft bekannt sind. Titan wird
vom menschlichen Organismus voll akzeptiert. Im Kieferknochen bedeutet
dies, daß der Knochen direkt bis an das Titan heranwächst, so daß
das Implantat fest mit dem Knochen verbunden ist.
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In welchen
Fällen ist eine Implantation sinnvoll?
Die Haupteinsatzgebiete für Implantate sind:
Der zahnlose (Unter)kiefer
Insbesondere nach langer Zahnlosigkeit im Unterkiefer baut sich der
Kieferknochen ab, so daß eine konventionelle Prothese keinen Halt
mehr finden kann und deshalb nur ein mangelhaftes Kauen zuläßt. Hier
werden in der Regel 2 oder 4 Implantate in den Bereich der früheren
Frontzähne eingesetzt. Über ein Druckknopfsystem oder eine Stegverbindung
wird die Prothese befestigt (Fotos).Im
zahnlosen Oberkiefer ist eine Implantation weniger häufig notwendig,
jedoch prinzipiell auch möglich. Wegen der besonderen Kieferform im
Oberkiefer sind jedoch mindestens 4 Implantate notwendig.
Die verkürzte Zahnreihe
Wenn im Seitenzahnbereich Backenzähne auf einer oder beiden Seiten
fehlen, müßte ein herausnehmbarer Zahnersatz hergestellt werden. Dieser
wird jedoch oft als störend empfunden. Hier bietet ein Implantat wohl
die beste Behandlungsalternative. Denn analog einer Brücke auf zwei
oder mehreren natürlichen Pfeilern kann auf den Implantaten eine Brückenkonstruktion
hergestellt werden, die fest im Mund verankert ist. Diese Methode
eignet sich besonders für Menschen, die Mühe haben, sich mit einem
herausnehmbaren Ersatz anzufreunden (Fotos)
Einzelzahnersatz
Geht ein einzelner Zahn infolge eines Unfalles verloren oder ist er
nicht angelegt, so kann in diesen Zwischenraum ein Implantat gesetzt
werden. Auf dieses Implantat wird eine einzelne Krone befestigt.
Dieses Vorgehen hat den großen Vorteil, daß gesunde Nachbarzähne für
eine Brücke nicht beschliffen werden müssen (Fotos).
Große Zahnlücken
Wenn im Mund große Zahnlücken bestehen, die mit einer konventionellen
Brücke nicht mehr versorgt werden können, wird in der Regel ein herausnehmbarer
Zahnersatz statt einer Brücke hergestellt, weil die Belastung für
die Pfeilerzähne zu groß wäre. In diesem Fall können ein oder mehrere
Implantate als zusätzliche Brückenpfeiler eingesetzt und auf diese
Weise wieder eine festsitzende Brücke ermöglicht werden.
Pfeilervermehrung
Wenn nur noch sehr wenige Zähne vorhanden sind oder deren Verteilung
sehr ungünstig ist, kann es sinnvoll sein, zusätzlich ein oder mehrere
Implantate zu setzen, damit eine Überbelastung der Restzähne vermieden
wird und somit diese Zähne länger erhalten werden können (Fotos).
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Welche
Voraussetzungen sind für eine Implantation notwendig?
Wie schon erwähnt, sollten Implantate nur bei Patienten eingepflanzt
werden, die bereit sind, ihre natürlichen Zähne und Implantate, also
künstlichen Zähne, sehr genau zu pflegen.
Der Patient muß die vorgeschriebene Hygiene betreiben, um den aus
Belägen entstehenden Entzündungen der Schleimhaut wirkungsvoll vorzubeugen.
Die Pflege Ihrer Implantate und die dazu nötigen Hilfsmittel werden
Ihnen nach Einsetzen der prothetischen Konstruktion demonstriert
(Fotos).
Vor der Implantation ist ein Entfernen von Zahnstein notwendig. Sehr
häufig ist auch eine Behandlung der Zahnfleischtaschen notwendig ("Parodontosebehandlung"),
damit mögliche Infektionsherde, die die Einheilung der Implantate
gefährden könnten, ausgeschlossen werden.
Für den Langzeiterfolg mit entscheidend sind regelmäßige Nachkontrollen.
Diese sollten zweimal im Jahr durchgeführt werden.
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In welchen
Fällen muß von einer Implantation abgeraten werden?
Verschiedene schwere Allgemeinerkrankungen
stehen einer Implantation entgegen. Hierunter zählen bestimmte Störungen
der Blutgerinnung, einige Knochen- oder Stoffwechselerkrankungen,
wie zu hoher Blutzucker. Auch die regelmäßige Einnahme bestimmter
Medikamente (z.B. Cortison) kann eine Implantation unmöglich machen.
In diesen Fällen muß evtl. unter Rücksprache mit dem Hausarzt eine
genaue Vorabklärung durchgeführt werden.
Gegen eine Implantation sprechen
auch entzündliche oder krankhafte Veränderungen der Mundschleimhaut
und des Knochens, wie kariöse Zähne, akute Zahnfleischentzündung,
Knochenentzündung. Nach entsprechender Vorbehandlung wie Füllungen,
Kronen oder Zahnfleischbehandlung kann in diesen Fällen anschließend
eine Implantation durchgeführt werden.
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Wie
sehen die Behandlungsschritte bei einer Implantation aus?
- Die Untersuchung
Sie besteht
aus einer medizinischen (s.o.) und zahnmedizinischen Abklärung.
Vor der Implantation muß auf jeden Fall ein Röntgenbild angefertigt
werden. Je nach Situation müssen auch Modelle und spezielle Schablonen,
die bei der eigentlichen Implantation gebraucht werden, hergestellt
werden. Nach entsprechender Vorbehandlung können die Implantate
eingebracht werden.
- Die Implantation
Die Implantation ist ein kleiner
chirurgischer Eingriff, der in Lokalanästhesie ("mit einer
Spritze") durchgeführt wird. Hierbei wird das Zahnfleisch
zurückgeklappt und im Knochen ein Lagerbett für das Implantat
geschaffen, in welches das Implantat exakt eingesetzt werden kann.
Der Eingriff dauert je nach Anzahl der einzusetzenden Implantate
zwischen 30 und 90 Minuten. Direkt nach dem Eingriff muß zur Kontrolle
nochmals ein Röntgenbild angefertigt werden.
- Das Einheilen
Die Implantate werden nun in den
Organismus integriert. Dies geschieht in der sogenannten Einheilphase,
die im Unterkiefer etwa 3 Monate und im Oberkiefer 4 6
Monate dauert. Bis zum Abschluß der Einheilphase steht der Patient
unter regelmäßiger Kontrolle.
Da ein vorzeitiger Druck auf die
Implantate die Einheilung verhindern kann, sollte die Wunde in
den ersten beiden Wochen nach der Implantation möglichst nicht
belastet werden. Sollten Sie also einen herausnehmbaren Ersatz
tragen, muß dieser freigeschliffen und weich unterfüttert werden.
Sie sollten aber während der gesamten Einheilzeit harte Kost unbedingt
vermeiden.
Im Hinblick auf den Langzeiterfolg
Ihrer Implantatbehandlung hat die sichere Einheilung und die ungestörte
Abheilung der Schleimhaut oberste Priorität. Während der Einheilphase
lassen sich deswegen aufgrund einer möglicherweise nicht optimal
sitzenden provisorischen Versorgung gelegentliche Beeinträchtigungen
nicht immer vermeiden.
- Die prothetische
Versorgung
Nach
der abgeschlossen Einheilphase werden die Kronenaufbauten in das
Implantat geschraubt, auf denen der Zahnersatz befestigt werden
kann. Danach wird ein Abdruck zum Herstellen des Zahnersatzes genommen.
Im Labor wird die prothetische Arbeit hergestellt. Je nach Situation
können auch noch Anproben der Arbeit notwendig sein. Die fertige
Arbeit wird zum Abschluß der Behandlung mit dem Implantat verschraubt
oder festzementiert.
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Warum
sind regelmäßige Nachuntersuchungen ("Recall") notwendig?
Es muß ja nicht gleich wie bei Schwarzenegger
sein...
Ist die prothetische Versorgung abgeschlossen, richtet sich der Hauptaugenmerk
nunmehr darauf, den bestehenden Zustand möglichst lange zu erhalten.
Ihre Aufgabe besteht darin, sowohl die Implantate als auch die übrigen
Zähne regelmäßig und gründlich zu pflegen. Der Grund für die Notwendigkeit
einer regelmäßigen Mundhygiene besteht darin, daß sich andernfalls
Beläge an den Implantaten festsetzen können, die durch Bakterien eine
Entzündung der Schleimhaut hervorrufen. Diese Entzündung kann manchmal
auf den das Implantat umgebenden Knochen übergreifen, so daß es zu
einer Lockerung und schließlich zum Verlust des Implantates kommen
kann. Insgesamt sind Implantate gegenüber Entzündungen empfindlicher
als die eigenen Zähne.
Da Sie selbst den Erfolg Ihrer Belagentfernung nicht immer genau beurteilen
können, sind regelmäßige Kontrollen durch uns notwendig. So können
schon kleinste Verunreinigungen oder der Beginn einer Entzündung festgestellt
und geeignete Maßnahmen eingeleitet werden. (Bild
eines Steges mit Belägen und beginnender Entzündung)
Außerdem muß der Sitz der Kronen bzw. Brücken überprüft werden, da
schon eine minimale Lockerung zu ungünstigen Belastungen der Implantate
führen kann.
Manchmal ist es auch erforderlich, die gesamte prothetische Versorgung
abzunehmen, um jedes Implantat einzeln überprüfen zu können.
Einmal jährlich sollte eine Röntgenaufnahme angefertigt werden, um
die knöcherne Situation um die Implantate beurteilen zu können.
Für einen langdauernden Behandlungserfolg ist es also von entscheidender
Bedeutung, daß Sie einerseits eine regelmäßige und gründliche Mundhygiene
betreiben und andererseits die Kontrolltermine gewissenhaft wahrnehmen.
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Bestehen
Risiken bei einer Behandlung mit Implantaten?
Die Risiken einer Implantatbehandlung sind bei Beachtung der allgemeinen
Krankheitsgeschichte, sorgfältiger Voruntersuchung, gewissenhafter
Planung und richtigem Patientenverhalten als gering anzusehen.
Nach einem Implantatverlust kann nach einer gewissen Zeit meist am
selben Ort mit guter Aussicht auf Erfolg erneut implantiert werden.
Die häufigsten Implantatverluste treten während der Einheilphase und
in den ersten 12 Monaten nach Eingliederung der prothetischen Versorgung
auf.
Liegen nach dieser Zeit immer noch keine Hinweise für einen drohenden
Verlust vor, ist die Wahrscheinlichkeit für einen jahrelangen Behandlungserfolg
außerordentlich groß.
Insgesamt ist das Risiko für einen Implantatverlust erfreulich niedrig
(2-3% im ersten Jahr), es läßt sich jedoch in der Medizin ein 100%iger
Erfolg nicht erreichen.
Im übrigen weisen Untersuchungen darauf hin, daß sich bei Rauchern
häufiger ein vorzeitiger Implantatverlust findet als bei Nichtrauchern!
Es gibt aber andererseits keine Möglichkeit, vor einer Implantation
durch eine Blutuntersuchung o.ä. einen möglichen Mißerfolg vorherzusehen.
Bei Implantationen im Oberkiefer kann es vorkommen, daß die Kieferhöhle
(die große Nebenhöhle der Nase) eröffnet wird. Offenbar führt dies
aber weder zu vermehrten Implantatverlusten noch zu einem erhöhten
Risiko an einer Kieferhöhlenentzündung zu erkranken.
Bei einer Implantation im Unterkiefer besteht eine gewisse Gefährdung
des Unterkiefernervs, der das Gefühl von Lippe und Kinn der jeweiligen
Seite vermittelt. Trotz sorgfältiger Planung und schonender Operationstechnik
läßt sich eine Traumatisierung des Nerven nicht immer vermeiden, so
daß eine vorübergehende oder - in äußerst seltenen Fällen - eine bleibende
Gefühlsstörung (Minder- oder Taubheitsgefühl, Kribbeln im Lippen-
oder Kinnbereich) der entsprechenden Seite auftreten kann. Ihr eigenes,
individuelles Risiko wird mit Ihnen anhand Ihrer Röntgenaufnahme besprochen.
Eine Allergie, also eine Fremdkörper- oder Abstoßungsreaktion auf
das Metall Titan ist derzeit nicht bekannt.
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